Ödipedia
Aus Ödipedia
Ödipedia ist ein Theaterstück, das vom 17. April 2009 bis zum 27. April 2009 im Kulturhaus Spandau, Berlin aufgeführt wurde. Weitere Aufführungen, Informationen, Fotos usw. anzeigen
Einmal Kandidat(in) einer Quizshow sein, ganz locker die Fragen beantworten und am Schluss freudestrahlend mit dem Gewinn nach Hause gehen – davon haben wir alle doch schon einmal geträumt. Für Ödipus ist das ganze Leben ein Quiz: Das Rätsel der Sphinx lösen, den Mörder seines Vaters finden, die eigene Abstammung ergründen. Die Liste wird nach und nach abgehakt. Doch während Ödipus auf der Bühne klar wird, dass er einen Mord begangen und seine Mutter geheiratet hat, stellt die Sphinx immer schwierigere Fragen. Die Antworten sind weder dem Publikum, noch den Figuren auf der Bühne bekannt - trotzdem sucht man gemeinsam nach der Antwort.
Ödipus taumelt, Boten kommen zu spät, der blinde Seher überbringt das Urteil der Götter, große Staatsmänner haben ihren Auftritt und zum Schluss findet eine Heiligsprechung statt. Im Finale treten die klügsten Köpfe des Abends gegeneinander an. Angefeuert vom Publikum werden Begriffe gleichzeitig erklärt, gezeichnet, geformt und pantomimisch dargestellt. Und natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen.
Du findest den Text unserer Inszenierung unter folgendem Link. Mehr als vier Monate lang - vom 30.06.2008 bis zum 05.11.2008 - konnte jeder Besucher dieser Seite (wie bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia) am Text mitschreiben, ihn verändern, neue Rollen einfügen usw. Wenn du dir die einzelnen Entwicklungsschritte der Szenen ansehen willst, benutze dafür den "Versionen/Autoren"-Knopf.
Den Text zu lesen reicht dir nicht? Du willst wissen, wie unsere Proben ablaufen, auf welchen Parties wir sind und wieviel das alles kostet? Totale Transparenz, ausführliche Informationen und aktuelle Neuigkeiten gibt es im Blog (Internettagebuch) unserer Theatergruppe Antigone 2.0:
Informationen zum Text
Der Text besteht aus zwei Teilen, die auf den griechischen Tragödien "König Ödipus" und "Ödipus auf Kolonos" von Sophokles basieren. Eine Urfassung des ersten Teils wurde von uns geschrieben und konnte von jedem ergänzt und verändert werden. Der zweite Teil enthielt ursprünglich gar keinen Text und konnte völlig frei, nur anhand einer Inhaltsangabe der einzelnen Szenen, gestaltet werden. Wir haben festgestellt, dass das Konzept des zweiten Teils deutlich besser funktioniert hat. Eine noch bessere Idee war unser Wunschzettel: Wer sich nicht zu großen literarischen Leistungen berufen fühlte, konnte dort seine Ideen und Wünsche aufschreiben. Jemand aus unserem Team, oder ein anderer Besucher dieser Webseite hat den Wunsch dann umgesetzt. Wir garantieren immer noch dafür, dass jeder einzelne Wunsch tatsächlich umgesetzt wird.
Spannend war für unser Team die Frage, wie sich der Text entwickelt. Die Möglichkeiten und Grenzen eines kollaborativ entstandenen Textes wurden ausgelotet. Um diesen Experimentalcharakter zu betonen, werden wir den Text auch "so wie er ist" - also inklusive eventuell vorhandener Schreibfehler - auf die Bühne bringen.
Sponsoren und Partner
Handlung und Inszenierung
Ödipedia ist eine zeitgemäße Inszenierung des Lebens von Ödipus. Ödipus ist am besten als derjenige bekannt, der - wie er sagt - ohne sein Wissen mit seiner eigenen Mutter schlief und seinen Vater erschlug. Der gleichnamige Komplex und damit die tiefenpsychologische Dimension steht allerdings nicht im Zentrum unserer Bearbeitung. Wichtiger ist die schicksalhafte Beschäftigung mit dem Wissen: Ödipedia ist eine Kombination aus gemeinsamer Forschungsarbeit und Theater. Schauspieler und Organisatoren nähern sich im Vorfeld der Probenarbeit gemeinsam den großen Fragen des Lebens – oder auch nur einem persönlichen Interesse.
Die Gruppe
Ödipedia ist ein Theaterprojekt der Gruppe Antigone 2.0.
Antigone 2.0 macht interaktives Theater, bei dem die Aufführungen unter starker Beteiligung des Publikums entstehen. Unsere erste gleichnamige Inszenierung, die im November 2007 Premiere hatte und vor insgesamt ca. 340 Besuchern aufgeführt wurde, beschäftigt sich mit der Überführung von Privatem in den öffentlichen Bereich. Mit einem Live-Chat konnten 15 Zuschauer das Bühnengeschehen während der Aufführung kommentieren. Alle Kommentare wurden auf eine Leinwand im Bühnenraum projiziert.







