Inszenierungskonzept
Aus Ödipedia
Ödipus Leben wird – von seiner Geburt bis zu seinem Tod – auf die Bühne gebracht. Entscheidend hieran ist, dass es ihm in Ödipedia nicht gelingt, die Sphinx zu töten. Diese erwacht immer wieder als Quizmaster des Lebens in den Chorliedern und stellt ihre fürchterlichen Fragen, von denen Leben und Tod abhängt.
Im Setting einer Quizshow, bei der sich das Publikum beteiligen kann, werden diese Fragen gestellt, während Ödipus auf der Bühne taumelt, taumelt, Boten zu spät kommen, große Staatsmänner wie Kreon und Theseus zu sehen sind und am Schluss eine Apotheose stattfindet.
Die Frage-Antwort-Relation wird permanent verändert: Während der erste Kandidat noch überlegt, ob er lieber Sport für 100 oder Kultur für 300 auswählt, hat sein Nebensitzer bereits ein „E“ gekauft und dessen Ehefrau wird langsam nervös, weil sie keinen Telefonjoker in der Hinterhand hat. Der Kandidat, der es tatsächlich ins Finale geschafft hat, droht allerdings daran zu scheitern, den Begriff „Oszillation“ fürs Publikum verständlich aus einem Fischernetz zu formen.
