Iokaste

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Iokaste, teilweise auch Jokaste.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Iokaste ist die Tochter des Menökeus und damit Schwester von Kreon. Sie heiratet Laios und wird nach dessen Tod auch die Frau ihres eigenen Sohns Ödipus. Mit ihm hat sie die Kinder Antigone, Polyneikes, Ismene und Eteokles. Iokaste begeht Selbstmord, sobald sie feststellt, dass Ödipus von seiner Abstammung weiß.

Charakterisierung

Ursprünglich dachte ich, Iokaste sei ebenso unfähig, ihre Meinung zu äußern und durch Depressionen gehemmt, den Lauf nach Dinge nach ihrem Willen zu verändern, wie Eurydice in Antigone. Weit gefehlt. Wer sich die ganze Sache mal genauer anschaut, dem wird schnell klar, dass Iokaste die Fädenspinnerin ist. Selbstverständlich nicht ganz absichtlich, so grausam ist sie auch wieder nicht (oder doch??). Also selbst wenn wir annehmen, dass sie die Sache mit dem Mord an Laios nicht geplant hat, so ist sie doch diejenige, die als Erste hinter des Rätsels Lösung kommt. (Ist sie vielleicht mit der Sphinx im Bund?)

1) Als einzige Überlebende (so glaubt sie), kennt sie noch den Orakelspruch, den Laios so sehr fürchtete, dass er sein eigenes Kind umbringen ließ. Eigentlich hätte er ihr auffallen müssen, als nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes ein fremder Jüngling die Stadt erreicht und sie HEIRATET (!!) Geht sie wirklich davon aus, dass ihr Sohn tot ist? Ganz sicher kann sie sich nicht sein. Denn:

2) Iokaste übergab ihr Kind dem Hirten mit den Worten es umzubringen. So grausam sind die wenigstens Mütter. Entweder sind sie mit der Situation überfordert und bringen das Kind in einem Anflug von Wahn selbst um (siehe Medea oder aktuelle Beispiele)oder sie ziehen es auf. Dass sie ihr Kind einem Fremden zur Tötung zu überlassen ist ziemlich unwahrscheinlich. Um Laios in Sicherheit zu wiegen, erteilt sie den Auftrag einem Mann an, dem sie vertraut, da er schon lange Diener an ihrem Hof ist. Sie kennt ihn wahrscheinlich gut und ahnt, dass er einen Mord nicht übers Herz bringt. Wir wissen: Ihre weiblich Intuition war richtig. Zwar kann sie nicht sicher davon ausgehen, dass Ödipus lebt, doch die Hoffnung gibt ihr Kraft, weiterzumachen, als sei nichts geschehen.

3) Die Nachricht vom Tod ihres Ehemannes nimmt sie mit Fassung auf. Zu ihrer Verteidigung ist hier zu sagen: Sie hat keine Wahl. Das Land muss weiter regiert werden und als Königin fällt ihr die Verantwortung zu. Sicherlich trauert sie um ihren Mann, doch kennt sie die theoretische Möglichkeit, dass der Orakelspruch ihn getötet haben könnte. Sie weiß jedoch, dass nähere Nachforschungen zwangsläufig auch ihre Schuld aufdecken würden und ist ganz froh, dass die Stadt mit anderen Dingen beschäftigt ist, als nach Laios Mörder zu suchen.

4) Ihre zweite Ehe. Insgeheim ahnt sie es, wen sie da vor sich hat. Ödipus. Schon dieser Name. Und ihr Mutterherz hat es sofort gespürt. Diese Art, sich zu bewegen, die hatte auch sein Vater. Doch Iokaste ist klug. Sie weiß, dass sie keine andere Möglichkeit hat, als diesen Mann zu heiraten. Denn ihre Optionen sind Folgende:

a) Sie offenbart ihr Wissen von Anfang an. Das vermeidet den Inszest, deckt aber ihren Mordversuch von damals auf. (Folge wäre im besten Falle der Verlust des Thrones, im schlimmsten Falle Steinigung). Außerdem ist sehr wahrscheinlich, dass Ödipus die Stadt wieder verlassen wird.

b) Sie schweigt und akzeptiert den Inzest. Vorteile:der Erhalt ihrer Macht über das Staatsgeschehen (Ödipus als Neu-Bürger wird sie garantiert als Beraterin achten) und nicht zuletzt: die Nähe ihres Sohnes, die sie so lange schmerzlich vermisst hat, da sie sonst keine Kinder bekommen konnte. Für was sie sich entscheidet, wissen wir.

5) Iokaste und die Götter. Die einzige Frage, die offen bleibt, ist die, ob Iokaste von Anfang an weiß, dass der Orakelspruch vollständig eingetroffen ist, oder ob sie Ödipus nicht mit Laios Tod in Verbindung bringt. Wenn nein, deutet das auf eine mangelnde Gottesfürchtigkeit hin, die sich im Laufe des Stückes verstärkt. Schon bei Kreons Nachricht des Orakels aus Delphi wird sie hellhörig. In der Angst, dass ihre schlimmste Befürchtung wahr werden könnte, fleht sie Ödipus an, nicht weiter nach der Wahrheit zu forschen. Sie, die selbst erfolgreich schon das ein oder andere verschleierte, weiß, dass die Wahrheit (besonders in diesem Fall) höchst empfindlich treffen kann.

6)Iokastes Tod. Ein Zugeständnis. Die Wahrheit hat gesiegt und ihr ist klar, dass sie nichts mehr vor der Schande retten kann. Besser gesagt: Vor der Strafe der Stadt, denn auch dem dümmsten Hirten wird bald klar, dass Iokastes Spiel die Stadt um den König und in größte Gefahr gebracht hat. Bevor sie sich von der Meute meucheln lässt, ist so ein Suizid doch die bequemere Lösung. Vielleicht ist es auch die Enttäuschung übers Ödipus Sturheit, die sie nicht bremsen konnte, und mit der er immer weiter die Wahrheit verfolgte. Sicher ist, dass es in ihrem Leben nichts mehr gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Thron weg, Sohn (bald) weg (da sich selbst verflucht), 1. Mann schon lange weg.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Iokaste berechnend und auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist, doch für das Leben ihrer Liebsten auch bereit ist, zu lügen und zu täuschen. Möglicherweise hat sie sich mit der Sphinx verbündet, um ihr kleines Spielchen zu decken. Als es scheitert, wählt sie den Freitod. Sie hat erkannt, dass ihre Zeit gekommen ist. Da sie zu klug ist, und den Kern Wahrheit von Anfang an kennt, ist es ihr auch nicht möglich, von der Sphinx getötet zu werden. Blöd.

Szenen

In folgenden Szenen spricht Iokaste:

Teil 1

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